Unsere Motorräder

Harley-Davidson WLA 750 Polizeiausführung im Polizeimuseum Stuttgart
Frisch restauriert!

Harley Davidson  WLA 750

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1942 / Anfang 1943

Motor:                                                    2 Zylinder V (Flathead)

Hubraum:                                              742 ccm

Leistung:                                               21 kW / 29 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    105 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        256 kg / ??? kg

 

 

Ja, diese Harley fuhr tatsächlich auf der Stuttgarter Autobahn Streife! Nach dem Krieg oblag die Überwachung der Autobahnen und Reichsstraßen in Nordwürttemberg dem „10. Constabulary Regiment“ der amerikanischen Militärpolizei. Ab 1946 begleiteten deutsche Polizeibeamte die US-Streifen und dafür wurde die Dienststelle „Mot. Kommissariat 20“ der Landespolizei in Möhringen geschaffen, der eine kleine, motorisierte Abteilung angegliedert war. Die Amerikaner stellten für die Autobahn zehn Solo-Kräder amerikanischen Fabrikats zur Verfügung, darunter diese Harley.

 

Der Legende nach sah die Hilfsorganisation „CARE“ die Maschinen zunächst für deutsche Hebammen vor, die sich aber als zu schwer und mit Tankschaltung sowie Fußkupplung als ungeeignet erwiesen. So bekam die Polizei die Harleys und die Damen deutlich leichtere „Hebammen-Quick“ von NSU. Guter Deal!

 


BMW R67/2

Polizeilackierung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1952 / unbekannt

Motor:                                                    2 Zylinder Boxer

Hubraum:                                              590 ccm

Leistung:                                               21 kW / 28 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    145 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        192 kg / 355 kg

 

 

Die R67/2 galt bis zum Erscheinen der R68 Sport (mit 35 PS) als das schnellste deutsche Tourenmotorrad; von der R67/2 wurden nur 4.234 Stück gebaut.

 

Die Motorräder für die Polizei wurden anfänglich der normalen Regelproduktion entnommen und lediglich mit eigener Lackierung („Tannengrün“) versehen. Blaulicht und Signalhorn waren noch kein Standard - dem motorradfahrenden Polizisten in Uniform wurde auch so Respekt gezollt.

 

Dieses Motorrad hatte nach seiner aktiven Polizeizeit eine ganz besondere Verwendung: mit zwei V-förmig angebauten Auslegern drehten auf ihm 9 Polizisten als Pyramide souverän ihre Runden bei Polizeishows im ehemaligen Stuttgarter Neckarstadion – und die Maschine zuckte nicht einmal! Deutsche Wertarbeit und fahrerisches Können der damaligen Kollegen!

 

9er-Pyramide auf der R67/2
9er-Pyramide auf der R67/2

Polizeimotorrad BMW R50 im Polizeimuseum Stuttgart

BMW R50

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1960 / 4.4.1960

Motor:                                                   2 Zylinder Boxer

Hubraum:                                              490 ccm

Leistung:                                               19 kW / 26 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    105 km/h 

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        195 kg / 320 kg

 

 

Diese R50 steht im Polizeimuseum mit später nachgerüstetem Blaulicht, Martinshorn und Funk. Zwei weitere, baugleiche R 50 haben diese Ausstattung leider nicht mehr. Die Motorräder wurden nach ihrer aktiven Dienstzeit bei Akrobatik-Vorführungen eingesetzt und dazu wurde alles abgebaut, an dem man hängen bleiben oder sich verletzen konnte.

 

Wie schon dargestellt, waren Sondersignale und Funk anfänglich kein Standard und dann zunächst nur dem Motorrad des sog. Rottenführes vorbehalten. Die grün-weiße Polizeilackierung war ausreichend.

 


BMW R 50

Polizeilackierung und spezielle Trittbrettern

 

Das ist eine dieser R50 aus dem Jahr 1960, die zusammen mit fünf anderen BMW (je drei R50 und drei R50/2) nach ihrer aktiven Zeit von der damaligen Landespolizedirektion Stuttgart II nicht ausgesondert, sondern für Veranstaltungen vorgehalten wurden. Den Motorrädern wurden stabile Trittbretter verpasst, auf denen man stehen konnte und so kamen die berühmten Motorrad-Pyramiden zustande, mit denen die Jungs ihr fahrerisches Können unter Beweis stellten (und die Maschinen ihre Robustheit).


BMW R50/2 mit Beiwagen

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1962 / 1.10.1962

Motor:                                                    2 Zylinder Boxer

Hubraum:                                              590  ccm

Leistung:                                               19 kW / 26 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    100 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        195 kg / 600 kg

 

 

Motorräder mit Beiwagen konnten bis zu drei Polizisten oder Material schnell von A nach B transportieren und waren billiger als Pkw, ein wichtiges Argument zur damaligen Zeit. Bei Wind und Wetter aber kein Vergnügen für die Fahrer! Da nasse und durchgeforene Gesetzeshüter nicht unbegrenzt leistungsfähig waren, wurden die Beiwagen-Maschinen bald nur noch für Kurierfahrten oder zur Fahrschule genutzt.

 

Gespanne gibt es schon lange nicht mehr bei der Polizei. Dieses „B-Krad“ wurde bereits 1976 ausgesondert, aber noch viele Jahre bei Polizeishows eingesetzt und läuft auch heute noch einwandfrei. Gespannfahren hat seinen eigenen Charme!

 

Um beim Fahren auf zwei Rädern noch das Rad des Beiwagens wechseln zu können, braucht es Gefühl fürs Motorrad!

 


BMW R50/2

(Polizei-Lackierung)

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1961 / 11.10.1961

Motor:                                                   2 Zylinder Boxer

Hubraum:                                             590 ccm

Leistung:                                               19 kW / 26 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    125 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        195 kg / 360 kg

 

 

Wie erwähnt wurden Motorräder für die Polizei anfänglich einfach aus der regulären Produktion entnommen, die es nur in den Farben Schwarz und Grün ("Tannengrün") gab. Für die Polizei wurden später die Kotflügel noch weiß lackiert.  Nach und nach erhielten die Maschinen in den Polizeiwerkstätten Blaulicht und Signalhorn nachgerüstet.

 

Die /2 ist eine leicht modellgepflegte Variante der bisherigen R50 mit Detailverbesserungen wie ein verstärkter Rahmen. Und damit ließ sich dann noch mehr anstellen:

 

Das Equipment der damaligen Shows haben wir vor einiger Zeit eingestaubt in einer Lagerhalle entdeckt, robust gebaut und gut erhalten. Unser Oldtimerchef traut sich den Sprung durch den Feuerreifen noch zu, ebenso über die Rampe, allerdings findet er keine Kollegen mehr, die sich unten hinlegen!


Polizeimotorrad BMW R60/6 mit Gläser-Verkleidung im Polizeimuseum Stuttgart

BMW R60/6

Polizeiausführung mit Gläser-Verkleidung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1976/ 21.02.1977 

Motor:                                                    2 Zylinder Boxer

Hubraum:                                              595 ccm

Leistung:                                               29 kW / 40 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    155 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        210 kg / 398 kg 

 

 

Mit der /6-Ausführung brachen bei BMW moderne Zeiten an. Die 500er wurde aus dem Programm genommen und die R60/6 übernahm deren Rolle als Behördenmaschine und behielt deshalb die vordere Trommelbremse, während die Modelle für den privaten Markt mit Scheibenbremsen verzögerten. Neu war nun auch das Fünfganggetriebe.

 

Kräder mit dieser Gläser-Verkleidung waren windschlüpfrig und boten einen wirksamen Wetterschutz. Sie hatten aber bald auch einen speziellen Ruf und den Spitznamen „Starfighter“. Das kam vom futuristischen Aussehen der Verkleidung aber insbes. von den zahlreichen Unfällen und (Ab-)Stürzen ähnlich dem Flugzeug F-104G Starfighter. Der Fahrer musste seine Beine hinter der Verkleidung (die als „Monza“ bezeichnet eigentlich eine Rennverkleidung war) positionieren, was das Ausgleichen in Kurven erschwerte und bei langsamer Fahrt kaum schnelle Reaktionen ermöglichte. Stürze, Umfaller und blaue Flecken für die gut geschulten Fahrer waren vorprogrammiert!

 

Dieses fahrbereite Krad - eines der schnellsten seiner Zeit - wurde bei der Landespolizeidirektion Stuttgart I auf der Autobahn und in ländlichen Gebieten eingesetzt.

 

Das Fahrzeug ist eine Leihgabe aus der Sammlung Stefan Roth.

 


Polizeimotorrad BMW R80RT im Polizeimuseum Stuttgart

BMW R80 RT

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1993 / 12.07.1993

Motor:                                                    2 Zylinder Boxer

Hubraum:                                              785 ccm

Leistung:                                               37 kW / 50 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    165 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        200 kg / 440 kg 

 

 

Früher kaufte die Polizei serienmäßige Motorräder und versah sie in der polizeieigenen Werkstätten mit Sondersignalen und Funk. Die R 80 RT war 1982 das erste Modell, das der Hersteller komplett und fertig konfiguriert als Behörden-Fahrzeug anbot. Alle wichtigen Komponenten waren bereits ab Werk integriert und aufeinander abgestimmt, so dass aufwändige Umbauten und technische Anpassungen entfielen. BMW bietet seitdem spezielle Polizei- und Behörden-Motorräder weltweit in der jeweils länder-spezifischen Lackierung und Ausstattung an.

  

Ab 1984 wurden bei der /2 die Hinterradschwinge durch eine Einarmschwinge (Monolever) ersetzt und ein 18 Zoll Vorderrad verbaut, das Design überarbeitet (Gussräder, Heck mit Sitzbank, Heckbürzel und Seitendeckel). Bis 1995 wurden der R 80 RT insges. 29.384 Exemplare gebaut.

 


Polizeimotorrad BMW K75 im Polizeimuseum Stuttgart

BMW K75

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1995 / 04.03.1996

Motor:                                                    3 Zylinder Reihe

Hubraum:                                              740 ccm

Leistung:                                               50 kW / 68 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    184 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        224 kg / 480 kg 

 

 

Sicherheit – ein Schlagwort, das für die Polizei immer im Vordergrund stand:  BMW-Motorräder der K-Serie waren die ersten mit ABS, das zunächst bei der K100 eingeführt wurde und später Standard auch bei den kleineren K75 war. Allerdings waren die längs eingebauten, wassergegühlten 3-Zylinder-Reihenmotoren bei traditionellen BMW-Fans wenig beliebt, weshalb die Produktion der Serie bereits nach 10 Jahren (1986-1996) eingestellt wurde, in denen 18.485 Stück im BMW-Werk Berlin produziert wurden.

 

Dieses Krad lief beim PP Stuttgart unter dem Funk-Rufnamen Uran 5/621 rund 74.000 km(!). Dort wurde auf die sonst übliche Vollverkleidung verzichtet, da im langsameren Stadtverkehr schmale, wendige und besser gekühlte Fahrzeuge von Vorteil waren.

 

Derzeit steht das Motorrad im Foyer des Polizeipräsidums Ludwigsburg.