10. Oktober 2018, 19:00 Uhr

Das Kujau-Kabinett

Ein(e) artMuseum

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist ausschließlich für Mitglieder des Polizeihistorischen Vereins Stuttgart e.V., Polizeibedienstete/-pensionäre (unabhängig von einer Mitgliedschaft im Polizeihistorischen Verein Stuttgart e.V.) oder deren Begleitpersonen möglich.

Marc-Oliver Boger (Fotografiert von Martin Kalb)
Marc-Oliver Boger (Fotografiert von Martin Kalb)

Referent:

Marc-Oliver Boger

 

Sammler und Kurator des Kujau-Kabinetts in Bietigheim-Bissingen

 

Veranstaltungsdaten: 

Mittwoch, 10.10.2018, um 19:00 Uhr (Dauer: ca. 90 Min.)

im Großen Saal des Polizeipräsidiums Stuttgart,

Hahnemannstraße 1, 70191 Stuttgart

 

Veranstaltungsart:

Vortrag / Spannende Talkrunde mit Michael Kühner

 

Eintritt:

Kostenlos, Spenden willkommen

 

 



Der Fälscher: Konrad Kujau

Konrad Paul Kujau (geb. 1938 in Löbau, gest. 2000 in Stuttgart war ein deutscher Maler, Kunstfälscher und Aktionskünstler. Er wurde insbesondere 1983 als Verfasser der einen Presseskandal auslösenden „Hitler-Tagebücher“ bekannt. Diese hatte er mit der Angabe, dass es sich um von Adolf Hitler selbst geschriebene private Dokumente handele, für 9,3 Millionen DM an das Wochenmagazin Stern verkauft, laut einem Dokumentarfilm über Kujau „die wohl größte Eulenspiegelei der Nachkriegsgeschichte“.




Der Sammler: Marc Oliver Boger

Marc-Oliver Boger wird am 21.11.1976 in Bietigheim-Bissingen geboren und hat seine erste – wenn auch nicht persönliche – Begegnung mit dem Meisterfälscher in Kindertagen. Als kleiner Junge fertigt er eine Schatzkarte, um mit seinen Freunden auf Schatzsuche zu gehen. Doch leider sieht die gemalte Karte viel zu modern aus und strahlt nicht den Pathos einer veritablen Antiquität aus. Seine Eltern geben ihm den Tipp, er solle doch mal Konrad Kujau fragen, der ja sowieso am Ort wohne. Und tatsächlich erteilt dieser ihm telefonisch Auskunft darüber, wie er seine kleine Schatzkarte mithilfe von schwarzem Tee „echt“ alt aussehen lassen kann.

 

Die Schatzsuche lässt den gelernten Kaufmann und Betriebswirt auch später nicht los. Als er nach dem Studium nicht gleich einen Job findet, verdingt er sich kurzerhand für einige Jahre als Grabungsarbeiter bei archäologischen Ausgrabungen. Alte Dinge mit besonderen Geschichten machen ihn immer neugierig. Und so stößt er irgendwann wieder auf Konrad Kujau und beginnt zu sammeln.

 

Erst bei der näheren Beschäftigung mit Werk und Nachlass entdeckt Boger das Riesenspektrum und die hintersinnige Kreativität, mit dem Kujau seine Kunden und die Fachwelt mit diebischer Freude täuschte. Die Ideen und Geschichten, die hinter den Objekten stecken, faszinieren ihn. Zum Beispiel, wenn ein billiges Fundstück durch die Ausstellung einer Verleihungsurkunde von Friedrich dem Großen zu einem wertvollen Orden wird, den es in Wirklichkeit niemals gab. Oder wenn eine Zufallslektüre ergibt, dass sich Künstler X zu einer bestimmten Zeit an Ort Y zur Sommerfrische aufhielt und plötzlich der staunenden Fachwelt das unbekannte Bild eines großen Meisters aus dieser Epoche präsentiert wird, welches Kujau nach alten Postkartenmotiven aus dieser Region gemalt hat. Nachprüfbar ist, dass Künstler X in jener Zeit tatsächlich in Y war. Und wenn dann noch Leinwand, Farben und Stil in etwa stimmen, wird aus einer Fälschung schnell ein von Experten beglaubigtes Original.

 

 Genauso wie Kujaus Werke sammelt Marc-Oliver Boger diese amüsanten Geschichten. Vor allem begeistern ihn der Ideenreichtum und die handwerkliche Kunst, die hinter all dem steht. Und so entstand die Idee, einem interessierten Publikum den umfangreichen Nachlass an Werken und Geschichten des Fälschers im Kujau-Kabinett zugänglich zu machen.



Eine Veranstaltung unserer Reihe "Kultur im Foyer"

Zwei bis drei Mal im Jahr bieten wir interessierten Personen in unserer Veranstaltungsreihe "Kultur im Foyer" unterschiedlichste, interessant aufbereitete Themen zur Geschichte der Stuttgarter Polizei. Dies können Vorträge sein, Podiumsdiskussionen, Lesungen oder andere Arten von Veranstaltungen. Die Dauer beträgt jeweils etwa zwischen 60 und 90 Minuten. Kurz, knackig und informativ.

 

Im Anschluss gibt es bei einem Imbiss jeweils ausreichend Gelegenheit, sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Voranmeldung (siehe weiter unten).

Anmeldung

Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Gründen der Planungssicherheit und logistischen Vorbereitungen eine verbindliche Anmeldung benötigen. Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, entscheidet der Eingang der Anmeldung über die Teilnahme. Da die Veranstaltung auf einem Polizeiareal stattfindet, ist aus Sicherheitsgründen eine namentliche Anmeldung jedes Veranstaltungsteilnehmers erforderlich.

(Die Daten werden von uns entsprechend der datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich behandelt und nach der Veranstaltung wieder gelöscht. Sie werden für keine anderen Zwecke außer der Veranstaltungsanmeldung verwendet.)

 

Wir bitten alle Besucher, sich am Veranstaltungsabend an der Pforte des Polizeipräsidiums zu melden und ein gültiges Ausweisdokument mitzuführen. Vielen Dank!

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