Unsere Pkw


Polizei-Käfer VW 1300 vom Polizeimuseum Stuttgart

VW Käfer 1300 (Typ 11)

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1973 / 25.04.1973

Hubraum:                                              1.276 ccm

Leistung:                                               32 kW / 44 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    125 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        820 kg / 1.200 kg

 

Der VW Käfer war damals das meistverkaufteste Auto der Welt und allgegenwärtig im öffentlichen Straßenverkehr und der Polizei, aber irgendwann war auch seine Zeit abgelaufen. Unser 1300er ist einer von zwei noch erhaltenen Polizei-Käfern der Polizei Baden-Württemberg, der bis 1987 beim Polizeipräsidium Stuttgart lief und zuletzt beim Polizeiposten Botnang artig und zuverlässig seinen Dienst verrichtete. Die meisten seiner Käfer-Kollegen wurden viel früher ausgemustert - dieser steht jetzt unter Artenschutz und genießt seinen Lebensabend im Polizeimuseum Stuttgart!

 

Übrigens ist unser Polizei-Käfer im Spielfilm „Der Baader Meinhof Komplex“ (D/2008) mehrfach als "Komparse" zu sehen.


Polizei-Porsche 944 vom Polizeimuseum Stuttgart

Porsche 944

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:              1982 / 08.09.1982

Hubraum:                                         2.449 ccm

Leistung:                                          120 kW/164 PS

Höchstgeschwindigkeit:                220 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:   1.180 kg / 1.500 kg

 

Nach dem RAF-Anschlag auf Generalbundesanwalt Buback (1977) wurden Personenschutz und Begleitkommandos für Politiker, Wirtschaft aber auch Justiz massiv verstärkt. Die Polizei hatte Bedarf an schnellen Einsatzfahrzeugen und kaufte 1983 diesen frühen 944 (noch mit einer 924er Fahrgestellnummer) als Musterfahrzeug bei Porsche und baute ihn vollends zum Funk-Streifenwagen aus. Mit weiteren Verfolgungs- und gepanzerten Zivilfahrzeugen wurde Bubacks Nachfolger, GBA Rebmann, täglich eskortiert und chauffiert. Als dieser 1990 in Ruhestand ging, wurde unser 944 wieder „zivilisiert“ und hatte harte Jahre bei polizeilichen Sicherheits- und Gefahrentrainings zu überstehen, bis auch er 1998 in Ruhestand durfte. 2000 wiederbelebt, bekam der 944 seine Polizeiausstattung sowie die weiß-grüne Lackierung zurück. Bei Veranstaltungen und zur Repräsentation eingesetzt, hatte er es jetzt wesentlich entspannter und gemütlicher, was auch eher seinem überschaubaren Temperament entsprach.

 

Der Porsche verunfallte 2016 auf der Autobahn nach einem Reifenplatzer und ist nach einer über einjährigen sowie sehr kostenintensiven Restauration seit 2020 wieder auf der Straße, die Kosten hierfür hat komplett der Verein übernommen.

Für's Sicherheitstrainig zivilisiert und ...
Für's Sicherheitstrainig zivilisiert und ...
... mit ursprünglichem Kennzeichen.
... mit ursprünglichem Kennzeichen.


Polizei-Jetta VW Jetta I vom Polizeimuseum Stuttgart

VW Jetta I (Typ 17)

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1983 / 04.10.1983

Hubraum:                                              1.439 ccm

Leistung:                                               51 kW / 70 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    151 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        875 kg / 1.330 kg

 

Dieser Jetta ist ein typischer Vertreter der 1980er-Jahre. Er war zur damaligen Zeit weit verbreitet als sogenannter „Mittlerer Funkstreifenwagen“ und glänzte durch seine spartanische Ausstattung sowie überschaubare Motorleistung, die durch die ruppige Automatik nicht besser wurde. Automatik war aber Pflicht, damit der Fahrer funken konnte, auch wenn er allein im Fahrzeug saß. Dieses Exemplar wurde bereits nach 7 Jahren außer Dienst genommen und fristete dann ein hartes und karges Dasein als Testfahrzeug für Sicherheitstrainings. Im Jahr 2003 wurde das Fahrzeug wieder originalgetreu aufgebaut und wäre jetzt wieder voll einsatzbereit. Für den Jetta gilt: „In der Ruhe liegt die Kraft!“

 

Auch dieser Jetta hat es 2019 zu einer Nebenrolle in einen Spot geschafft. Und einen Bruder (Rufname Uran 2/154) unseres Jetta kann man hier sehen und v. a. hören, wie er 1992 in Stuttgart mit Sondersignal zum Einsatz fährt.

 


Polizei-Mercedes 230 E W123 vom Polizeimuseum Stuttgart

Mercedes-Benz 230 E

(W123) Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1985 / 26.06.1985

Hubraum:                                              2.276 ccm

Leistung:                                               90 kW / 122 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    170 km/h 

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        1.465 / 1.890 kg

 

Dieser Mercedes war seiner Zeit voraus, denn die Polizei Stuttgart legte damals schon Wert auf umweltfreundliche Fahrzeuge: er bekam einen der ersten geregelten Katalysatoren. Eine weitere technische Besonderheit ist die automatische (und bis heute störanfällige) Niveauregulierung der Hinterachse. Interessant ist, was sich der Hersteller bereits bei der Produktion einfallen ließ, um besonders strapazierte Fahrzeuge wie Taxis oder Streifenwagen besser zu schützen: damals waren bei Mercedes perforierte Kunstleder-Sitzbezüge in Mode, die als atmungsaktiv(er) galten. Aber wehe, man mußte die Hinterlassenschaften von Rücksitz-Passagieren reinigen, die ihren übermäßigen Getränkekonsum nicht bei sich halten konnten. Deshalb überzog der Hersteller die Rückbänke von Taxis und Polizeiautos mit glatten Sitzbezügen und verpasste den hinteren Türen Riffelbleche an der Unterseite, um sie vor rabiaten Fußtritten zu schützen.

 

Dieser W123 verrichtete 13 Jahre seinen Dienst als Streifenwagen der Verkehrsüberwachung und hat trotz der begrenzten Fläche eines Stadtpräsidiums einiges an Kilometer gesammelt: zwischenzeitlich hat er über 180.000 km auf der Uhr.


Polizei-Mercedes MB E 290E TD vom Polizeimuseum Stuttgart

Mercedes-Benz 290 E  Turbo Diesel

(W210) Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1998 / 16.04.1998

Motor:                                                    5 Zylinder Diesel

Hubraum:                                              2.874 ccm

Leistung:                                               95 kW / 129 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    195 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        1.570 kg / 2.040 kg

 

Die 1995 vorgestellte Baureihe W210 brach mit dem klassischen Design der Vorgänger (W123, W124) und wurde ab 1996 auch bei der Polizei getestet: Platzangebot und Straßenlage waren gut, Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit - na ja! Aber mit diesem Turbodiesel stand erstmals ein Streifenwagen mit leistungsstarkem Dieselmotor zur Verfügung. Noch ohne Common-Rail (CDI) und mit 4-Ventil-Technik war dieser Direkteinspritzer enorm laut, was viele als störend empfanden. Deshalb wurde bereits nach wenigen Jahren (ab 2000) der 290 TD durch den leiseren und schnelleren E270 CDI ersetzt. Aber der Diesel war von nun an Standard bei Streifenwagen. 

 

Nach zuletzt harten Jahren als Übungsfahrzeug (so haben die Insassen z. B. derart heftig von innen gegen die Tür getreten, dass der Fensterheber hinter der Verkleidung verbogen wurde) wird das Auto derzeit restauriert und wieder in seinen Urzustand versetzt.

 


Polizei6Passat VW Passat 1.9 TDI 3B5 vom Polizeimuseum Stuttgart
Auffindesituation

VW Passat 1.9 TDI (3B5)

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1999 / 17.05.1999

Motor:                                                    4 Zylinder Diesel

Hubraum:                                              1.896 ccm

Leistung:                                               81 kW / 110 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    196 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        1.601 kg / 1.930 kg

 

Diesen Passat haben wir beim Einsatztraining entdeckt: trockengelegt und all seiner Streifenwagen-Insignien beraubt, musste er nach seiner Aussonderung jahrelang für Übungszwecke herhalten. An und mit ihm wurden Kontrollen sowie Zugriffe am Fahrzeug trainiert, er wurde mit Farbmunition beschossen und die Inneneinrichtung litt ob der widerspenstigen Innensaßen, die sich übungshalber ihrer „Festnahme“ widersetzen. Da er der Letzte seiner Art ist, haben wir den armen Kerl aus dieser misslichen Lage befreit und päppeln ihn derzeit wieder auf.

 

Zur Stärkung hat er eine Komplettüberholung und wieder alle Flüssigkeiten bekommen, der verschollene Blaulicht-Balken hat sich gefunden und in absehbarer Zeit bekommt er seine grüne Folierung zurück. Dann ist er wieder der typische Streifenwagen, den wir Mitte/Ende der 1990er Jahre überall auf den Straßen gesehen haben.

 


Polizei-Transporter VW T4 Gefangenentransporter GefKw vom Polizeimuseum Stuttgart

VW Transporter T4

"Gefangenen-Kraftwagen (GefKw)"

 

Baujahr / Erstzulassung:                   1999 / 21.07.1999

Motor:                                                    4 Zylinder Diesel

Hubraum:                                              2.461 ccm

Leistung:                                               75 kW / 102 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    150 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        2.105 kg / 2.800 kg

 

Zunächst als normales Streifenfahrzeug beim Stuttgarter Personen- und Objektschutz eingesetzt, wurde der VW T4 nach ca. 35.000 km im Jahr 2002 polizeiintern zum Gefangenenfahrzeug umgebaut und aufgelastet. Die Fahrzeuge dienten in der Regel als mobile Gefangenenzellen, in denen vor Ort oft mehrere festgenommene Personen vorübergehend „aus dem Verkehr gezogen und verwahrt“ wurden; der Transport in den Polizeigewahrsam auf der Dienststelle war eher die Ausnahme.  Da die Klientel die polizeiliche Gastfreundschaft und spartanischen Sitzgelegenheiten nicht immer würdigte, musste die Inneneinrichtung robust und reinigungs- sowie reparaturfreundlich sein. Mit den zwei separaten Zellen konnten bei Bedarf die Störenfriede beider Lager gleichzeitig verwahrt werden!

 

Nach dieser Zeit wurde der T4 ab 2013 im Einsatztraining weiterhin hart rangenommen, aber jetzt wird er bedauerlicherweise nur noch als Materiallager genutzt - das tut jedem Oldtimerliebhaber in der Seele weh! Zeit, dass wir das Fahrzeug endlich übernehmen, aufarbeiteten und restaurierten können. Der T4 gehört wieder auf die Straße als rollender Zeitzeuge - es ist ein Fahr- und kein Stehzeug!

 


Polizei-Mercedes MB V220 CDI zivil vom Polizeimuseum Stuttgart

Mercedes-Benz V220 CDI (W638)

Polizei-Führungsfahrzeug zivil

 

Baujahr / Erstzulassung:                        2001 / 28.02.2001

Motor:                                                        4 Zylinder Diesel

Hubraum:                                                  2.148Vcm

Leistung:                                                   90 kW / 122 PS

Höchstgeschwindigkeit:                         161 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:             2.021kg / 2.700 kg

 

Die Baureihe W638 wurde ab 1996 als Kleintransporter/Kleinbus produziert und als „Vito“ im Nutzfahrzeug-Bereich bzw. im PKW-Segment als „V-Klasse“ vertrieben. Technisch fast identisch, ist die komfortablere V-Klasse geräuschgedämmt und serienmäßig mit einer luftgefederten Hinterachse ausgestattet; optisch unterscheiden sich Scheinwerfer, Kühlergrill, Heckleuchten und Außenspiegel vom Vito.

 

Dieses Fahrzeug lief erst beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg und wurde 2003 vom Polizeipräsidium Stuttgart zum „High-Tech“ Führungsfahrzeug ausgebaut. Dem polizeilichen Einsatzleiter standen darin sämtliche Kommunikationsmittel vom Telefon, Laptop mit Drucker über TV-/Livebild-Übertragung vom Polizei-Hubschrauber bis zum verschlüsselten Funk mit Zugriff auf polizeiliche Daten zur Verfügung. So konnten unmittelbar vor Ort die Lage beurteilt, Absprachen und schnelle Entscheidungen getroffen werden.

 


Polizei-Sharan VW Sharan 1.9 TDl vom Polizeimuseum Stuttgart

VW Sharan 1.9 TDI

Polizeiausführung

 

Baujahr / Erstzulassung:                   2003 / 20.05.2003

Motor:                                                   4 Zylinder Diesel

Hubraum:                                             1.896 ccm

Leistung:                                               85 kW / 116 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    177 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        1.760 kg / 2.470 kg 

 

 

Das ist unser jüngstes Pferd im Stall und wird derzeit noch aufgearbeitet. So viel sei schon verraten:

Dieses Fz. war die ersten fünf Jahre vom Hersteller geleast und wurde 2008 zum Restwert übernommen. Als Führungsfahrzeug der Einsatzhundertschaft (EHu) erlebte es viele Einsätze in Stuttgart im Zusammenhang mit Fußballspielen oder Demos, war aber auch bei Durchsuchungsaktionen oder zuletzt bei der Suche nach dem sog. „Schwarzwald-Rambo“ in der Oppenau dabei. Die EHu schätze den Sharan und behandelte ihn sehr pfleglich - er ist für ein jahrelanges Dienstfahrzeug in einem top Zustand! Durch die Verwendung in einem räumlich begrenzten Stadtpräsidium kam dieser 7-Sitzer während seiner 18jährigen Dienstzeit nur auf gute 56.000 km, trotz der vielen Einsätze - wir werden ihm jetzt noch einiges an Auslauf gewähren!

 


Polizei-Mercedes MB Vito 115 CDI vom Polizeimuseum Stuttgart nach der Stuttgarter Krawallnacht
Zurück auf der Dienststelle, die zerstochenen Reifen sind ersetzt.

Mercedes-Benz Vito 115 CDI

(W639) Streifenwagen und Mahnmal

 

Baujahr / Erstzulassung:                    2009 / 16.12.2009

Motor:                                                    4 Zylinder Diesel

Hubraum:                                              2.148 ccm

Leistung:                                               110 kW / 150 PS

Höchstgeschwindigkeit:                    179 km/h

Eigen-/zuläss. Gesamtgewicht:        2.021 kg / 2.700 kg 

 

Normalerweise beschreiben wir hier kurz und bündig unsere Polizei-Oldtimer. Nicht in diesem Fall: das Fahrzeug ist kein Oldtimer aber doch ein stummer und mahnender Zeitzeuge! Dieser Streifenwagen wurde in der Nacht zum 21. Juni 2020 von Randalierern in Stuttgart völlig zerstört. Der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung der letzten Jahre, die zu denken gibt: Gaffer behindern Rettungskräfte auf dem Weg zum Einsatz und am Ereignisort, Rettungswagen oder Feuerwehr werden angehupt oder gar beiseite gefahren, wenn sie bei Hilfeleistung eine Ein- oder Ausfahrt blockieren, Einsatzkräfte werden beleidigt, mit Gegenständen beworfen, Polizisten massiv tätlich angegriffen, Personen verletzt, Fahrzeuge zerstört oder in Brand gesetzt. Und das Ganze oft unter dem grölenden Applaus umstehender aber ansonsten untätiger Schaulustiger.

 

Ursachen, gesellschaftliche Hintergründe und Entwicklungen, strafrechtliche Folgen oder gesetzgeberische Konsequenzen müssen eingehend wie umfassend beleuchtet und kritisch erörtert werden, es gilt besonnen aber auch konsequent zu reagieren. Der Trend, schnell sensationslüsterne Videoclips ins Internet zu stellen (und diese auch sehen zu wollen!), Randalierer mit aufmunterndem Beifall zu stärken, während gleichzeitig die Bereitschaft zum Helfen und Zivilcourage schwindet: erschreckend und besorgniserregend! Hier sind wir alle gefordert und in der Verantwortung! 

 

Mit enormem Aufwand hat die "Ermittlungsgruppe Eggensee" Spuren der Krawallnacht ausgewertet, Zeugen vernommen sowie Fotos und Videos aus sozialen Netzwerken analysiert und die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Bilanz nach einem Jahr Ermittlungsarbeit: gegen mehr als 150 Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet (davon bereits 83 verurteilt, Stand 30.6.2021). Darüberhinaus wurde eine Sicherheitspartnerschaft mit der Stadt Stuttgart ins Leben gerufen aber auch zahlreiche Maßnahmen initiiert, um die Kommunikation mit den jungen Menschen zu verbessern, die in Stuttgart unbeschwert feiern wollen.